| 31.08.2002 | 967 m ↑ | 1731 m ↓ | 16 km |
Hochkönig/Matrashaus (2941 m), Niedere Torscharte (2246 m), Hohe Torscharte (2292 m), Brandhorn (2609 m), Hochbrunnsulzen (2356 m), Buchauer Scharte (2269 m), Schönfeldspitze (2653 m), Riemannhaus (2177 m)
Die heutige Etappe gehört sicher zu den anspruchsvolleren Abschnitten meiner Ost-West-Durchquerung. Bei schönstem Wetter verlasse ich das Matrashaus. Es geht zunächst wie beim gestrigen "Nachmittagsspaziergang" über wenig geneigte Schneefelder. Später wird es deutlich steiler; der Hüttenwirt hatte recht, als er die Begehung des Gipfelgletschers, der Übergossenen Alm, ohne Steigeisen als unmöglich bezeichnete. Zum Glück habe ich meine Steigeisen dabei, sodass es auf dem blanken Eis keine Probleme gibt. Interessant bzw. schockierend ist der Vergleich zwischen meiner nicht mehr ganz aktuellen Landkarte und der Realität: Die Fläche des Gletschers hat sich in den letzten 20 Jahren halbiert.
Im Anschluss an die Gletscherwanderung geht der Weg nördlich am Hochseiler vorbei, wobei einfache, aber recht ausgesetzte Kletterstellen mit Drahtseilsicherungen zu bewältigen sind. Durch Wiesengelände erreiche ich die Niedere und die Hohe Torscharte. Hier fragen mich entgegenkommende Bergwanderer nach meinem Ziel. Als ich das Riemannhaus nenne, meinen sie (nicht ganz zu Unrecht), ich sei reichlich spät dran, und der Weg zum Riemannhaus sei noch sehr lang.
Das Grasgelände geht bald über in die für das Steinerne Meer typischen Karstflächen. Ich steige hoch zum Brandhorn, mache eine kurze Rast und gehe weiter. Wenig später komme ich an der Biwakschachtel unterhalb des Wildalmkirchls vorbei. In der Nähe der Hochbrunnsulzen passiert es: Einen Moment habe ich nicht aufgepasst, ich stolpere und falle, bedingt durch das hohe Gewicht des Rucksacks, unglücklich auf die Seite. Die Rippen tun ziemlich weh; sind sie vielleicht sogar gebrochen? Ich setze den Weg fort, überlege, ob ich auf die Schönfeldspitze verzichten soll, entscheide mich dann aber doch, über die Buchauer Scharte auf diesen schönen Gipfel zu steigen. Der Aufstieg ist nicht besonders schwer, aber ein wenig Immunität gegen Tiefblicke ist durchaus nötig.
Der Abstieg nach Westen ist anfangs ebenfalls recht luftig, aber dann wird der Weg einfacher; spät, aber nicht zu spät komme ich im Riemannhaus an. Die Hütte ist gut besucht; daher bin ich froh, noch einen Schlafplatz zu erhalten.
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