| 01.08.1999 | 1349 m ↑ | 1349 m ↓ | 12 km |
Linzer Tauplitzhaus (1645 m), Steirersee-Almhütte (1560 m), Großes Tragl (2184 m), Karsthochfläche nordöstlich der Weißen Wand (ca. 1900 m), Steirersee-Almhütte (1560 m), Linzer Tauplitzhaus (1645 m)
Für heute ist eine ungewöhnliche Tour geplant: Ich möchte entlang der Skimarkierungen über die ausgedehnte Karsthochfläche zum Prielschutzhaus gehen. Schon vor zwei Jahren habe ich Warnhinweise auf einem Schild gesehen, wonach diese Tour im Sommer unbegehbar sei, halte die Warnung aber für übertrieben. Mir ist klar, dass es auf der Tour kein Wasser gibt; daher habe ich einen Flüssigkeitsvorrat von vier Litern dabei.
Zunächst läuft alles nach Plan; der Weg vom Linzer Tauplitzhaus auf das Große Tragl weist keinerlei Schwierigkeiten auf. Jetzt wird es aber ernst, es geht auf die Karsthochfläche. Als Skimarkierungen sind – etwa im Abstand von 100 Metern – Stangen angebracht, sodass die Orientierung kein großes Problem darstellt. Was ich allerdings total unterschätzt habe, sind die vielen kleinen Umwege, die das Gelände erzwingt: Zwei Meter hinab, drei Meter hinauf, 50 Meter Umgehung eines Hindernisses und so weiter. Es ist einfach nervtötend!
Etwa um 16 Uhr befinde ich mich nordöstlich der Weißen Wand, und erst ein Drittel der Gesamtstrecke habe ich geschafft. Der Wasservorrat ist schon deutlich geschrumpft, und mir wird klar, dass eine Fortsetzung der Tour ohne Biwak nicht möglich sein wird. Ich überlege hin und her und trete schließlich den Rückzug an, obwohl es schon sehr spät dafür ist. Letzten Endes erweist sich die Entscheidung als richtig. Um 19.30 Uhr erreiche ich knapp unterhalb des Großen Tragls wieder den Weg. Als ich wieder am Linzer Tauplitzhaus ankomme, ist es völlig dunkel.
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